In Deutschland, Travel Stories

Abenteuer Westweg

Abenteuer Westweg

Bis zu welchem Punkt kennt ihr euch aus, wenn ihr die Haustüre verlässt? Ab wann fühlt man sich nicht mehr “zuhause”? Ganz genau das wollten wir auf dem Westweg herausfinden. Der Westweg ist Deutschland’s erster Fernwanderweg und besteht schon über 100 Jahre und verläuft von Pforzheim bis nach Basel über den Schwarzwald. Unter anderem schlängelt er sich an meinem Heimatdorf Waldau vorbei. Bedeutet wir konnten direkt von zuhause loslaufen über den Höhenweg und gelangten nach ca. 2km auf den Westweg. Das ganze hatten wir für 3 Tage vor. Das Wetter war ein Traum. Schon ein bisschen zu warm für’s Wandern, aber das sollte kein Problem werden.

Da wir wild campen wollten hatten wir so einiges mitzuschleppen, was uns noch zum Verhängnis wurde. Denn wenn mal so ein Zelt eingepackt ist kann der Rucksack schnell ganz schwer werden. Jedoch wollten wir auch einfach mal testen, wie es sich so anfühlt nur mit Rucksack unterwegs zu sein.

Packliste

– Zelt
– Schlafmatte
– Schlafsack
– Lampe für’s Zelt
– 3 Sport Tops
– Wanderhose, kurze Hose
– Sportsocken
– Sportschuhe
– Unterwäsche
– Regenjacke
– Pullover
– Camelback 3l
– Proviant

Los ging es also auf den Westweg, direkt von der Haustüre aus. Der erste Teil war bekannt, denn er ist Teil meiner Joggingrunde. Vorbei an der Kalten Herberge ging es anschließend den Bildstöckle Hang hinauf und von dort an entlang der B500 über Neukirch bis zum Neueck. Hier kehrten wir kurz ein, erfrischten uns und genossen ein wenig die Sonne. Unser Tagesziel war die Wilhelmshöhe in Schonach. Doch gegen 17 Uhr merkten wir schon, das würde eng werden. Vom Neueck aus ging es dann stetig bergauf bis wir gegen 18.30 Uhr am Brend ankamen. Das waren die ersten 24 km des Westweges für uns. Zur Wilhelmshöhe wären es nochmals weitere 12 km gewesen und es war schon spät und vor allem auch unrealistisch. Deswegen beschlossen wir auf dem Brend zu übernachten. Davor gönnten wir uns noch ein leckeres Abendessen dort in der Wirtschaft und belohnten uns danach mit einem wunderschönen Sonnenuntergang.

Unser Zelt hatten wir fix aufgebaut. Draußen wurde es jetzt nach Sonnenuntergang zunehmend kühler. Tagsüber lagen wir bei 25° doch nachts kühlte es so richtig ab und zudem peitschte der Wind draußen, trotz Unterschlupf zwischen den Bäumen war das wirklich eine sehr schlafarme Nacht. So richtig bequem ist zelten ja nie, aber so richtig zu Schlaf kam keiner von uns.

Am nächsten Tag waren wir natürlich alles andere als fit. Durch den Rucksack hatten wir auch muskulär in den Beinen Probleme bekommen. Aber aufgeben wollte hier natürlich noch keiner. Also machten wir uns nach einer kleinen Stärkung am frühen Morgen auf mit Tagesziel Hausach. Durch den Wald, vorbei am Biathlonstützpunkt Weißenbach ging es an den Blindensee. Für mich einer der schönsten Seen in unserer Gegend, auch wenn es ein Moorloch ist. Es wirkt von der Vegetation ganz anders, hauptsächlich Kiefern sind hier gelegen. Und der Weg am Blindensee bahnt sich über einen wunderschönen Holzsteg durch.

Von hier aus ging es dann weiter bis zur Kreuzung zur Wilhelmshöhe. Hier mussten wir uns nun wirklich eingestehen, dass es mit Schmerzen dann doch nicht mehr so viel Spaß macht und so entschieden wir uns aufzugeben, anstatt weiter zu quälen.

Das eigentliche Ziel haben wir somit knapp verpasst, herauszufinden ab wann man sich nicht mehr auskennt bzw. ab wann es sich nicht mehr nach “zuhause” anfühlt. Umso besser war das Gefühl nach einer ¾ Stunde mit Bus und Auto wieder zuhause zu sein. Im selben Moment war es aber auch durchaus seltsam in einer ¾ Stunde wieder da zu sein, wo wir doch an die 10 Stunden zu Fuß gebraucht haben.

Abschließend war es eine tolle Erfahrung und so wirklich gescheitert sind wir für uns persönlich auch nicht. Wir wollten einfach mal was Neues ausprobieren und hatten eine gute Zeit, fern ab von dem täglichen Trubel und der Schnelllebigkeit.

Also geht raus, habt ne gute Zeit und macht mal digital detox bzw. konzentriert euch einfach mal nur auf den Moment und hört auf euren Körper.

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